Kettenreaktion: In Bergedorf setzen rund 7000 Menschen ein beeindruckendes Zeichen gegen Atomkraft
(von Nils Springborn). Kurz nachdem die Menschenkette gegen Atomkraft am 24.4. geschlossen war, erreichte die frohe Kunde schon die Streckenposten per SMS: „mehr als 120.000 Menschen haben die Menschenkette zwischen dem Atomkraftwerken in Brunsbüttel und Krümmel geschlossen!“. Wir haben es also geschafft! Doch nicht nur die Gesamtbilanz ist beeindruckend, ebenso die Resonanz und das Engagement der Bergedorferinnen und Bergedorfer. Die Menschenkette verlief auf ca. 7 km durch Bergedorf, allein den Sammelpunkt am Lohbrügger Markt suchten über 2000 Atomkraftgegner auf, in der Bergedorfer Fußgängerzone vor der Kirche St. Petri und Pauli standen die Menschen teilweise in Dreier- oder Vierreihen. Es haben sich also unseren Schätzungen nach mehr als 7.000 Menschen in unserem Kreis an der Aktion beteiligt. Viele Fotos der Aktion finden sich in unserer Bildergalerie.
Doch der Reihe nach. Als die Bergedorfer Jusos sich um 11 Uhr zur Einsatzbesprechung trafen, waren alle hochmotiviert. Dennoch bestanden Zweifel, ob genug Menschen kommen würden. Begleitet von Sonnenschein und guter Laune zog man los zu den Sammelpunkten, baute Infostände auf und traf auch bereits erste Teilnehmer, unter anderem die Niedersächsische SPD-Landtagsfraktion. Bis ca. 13 Uhr wuchsen die Zweifel: An den Sammelpunkten nur sehr wenig Menschen und der Gedanke, „so kriegen wir die Kette niemals geschlossen“, lies Nervosität aufkommen. Sollten all die Vorbereitung und Planung, das Plakatieren, die Hausverteilungen und die Infostände umsonst gewesen sein?!? Keinesfalls! In der nächsten Stunde, bis 14 Uhr, kamen die Leute scharenweise zu den Sammelpunkten geströmt. Endlich kamen die Megaphone zum Einsatz, um den Teilnehmern den weiteren Ablauf mitzuteilen. Die Menschen, zum Teil mit selbst gebastelten Transparenten, Plakaten und T-Shirts, verteilten sich auf der Strecke. Viele unserer Helferinnen und Helfer fuhren die Strecke wieder und wieder mit dem Fahrrad ab, entdeckten Lücken in der Kette, baten die Menschen, diese zu schließen und verteilten weitere Banner. Dass hierbei eine gewisse Hektik entstand, ist verständlich, all das führte aber schließlich dazu, dass auf telefonische Rückfragen immer die gleiche Antwort folgte: „In meinem Abschnitt steht die Kette lückenlos“. Die Kette stand also und wenig später folgte auch die SMS mit der Bestätigung für die gesamte Strecke. Es war geschafft.
Den restlichen sonnigen Tag ließen alle Teilnehmer entspannt ausklingen. Ob zuhause, bei den Abschlussveranstaltungen in Krümmel, am Hamburger Hafen oder beim gemeinsamen Grillen der Bergedorfer Jusos.
Die Kette war geglückt, das Riesenprojekt, welches anfänglich wie ein Berg an Organisation und Planung vor uns stand, tatsächlich erfolgreich. Der 24.4. war ein erfolgreicher Tag für die Anti-Atomkraft Bewegung in Deutschland, ein Tag, an den man sich auch in Bergedorf noch gerne und lange zurückerinnern wird.



