Die SPD in Bergedorf

Zittau 2014 – Mitten hinein in die Sachsen-Wahl

Mit einer kleineren Gruppe von Sozialdemokraten waren wir vom 29. August bis zum 3. September am südöstlichsten Punkt Deutschlands, in der schönen Stadt Zittau/Sachsen.

In Sachsen war am 31. August Landtagswahl. Schwarze Vorherrschaft seit der Wende. Und in Zittau gab’s etwas Besonderes: Die Kommunalwahlen am 25. Mai durften in Zittau nicht stattfinden. Die Bewerberin AFD hatte „geschummelt“, durfte nicht zur Wahl zugelassen werden. Aber weil’s schon zu spät war wurde die Stadtwahl Zittau komplett abgesagt und auf den Termin der Landtagswahlen verlegt. Das versprach spannende Eindrücke.

Am Bahnhof wurden wir 9 Hamburger Sozis von Zittauer Genossen abgeholt und in unser schönes Hotel „Dresdner Hof“ gebracht. Gleich nach dem Zimmerbeziehen ging‘s auf eine geführte Stadterkundung zu Fuß. Sie hat nach der Wende nahezu die Hälfte ihrer Bewohner verloren, weil die Textil- und Maschinenbau-Industrie wegbrach – findet jetzt allmählich aber wieder zu ihrer Kraft und Würde zurück.

Am nächsten Morgen Wahlkampfstand „auf“ Neustadt, einem großen Marktplatz. 3wahlkämpfende Zittauer Genossen und wir 9 Helfer am Stand und auf Streife, zu erkennen an unseren roten Jacken, Mützen und den üblichen Erkennungszeichen. Es ging nicht gerade zu wie auf der Mönckebergstraße oder unserer Serrahnbrücke, aber die Menschen waren offen, nahmen unsere Materialien ab, ließen sich in Gespräche verwickeln. Christian Lange, Kandidat für die Stadtratswahlen auf Platz 3 der SPD-Liste, aber auch - besonders plakatiert -für den Landtag mit seinem eindrucksvollen weißen Vollbart hatte es schwer. Zwar seit kurz nach der Wende in unserer SPD, in Zittau aber nie besonders aufgetreten, hatte sich vor einem Jahr - gerne - überreden lassen, als Kandidat zur Verfügung zu stehen. Bei den Landtagswahlen auf chancenlosem Platz. Anders beim Stadtrat.

Am Abend trafen wir uns dann mit Zittauer Genossen in einem schönen Restaurant hoch über der Stadt im Dreiländereck Deutschland, Tschechien, Polen. Anregende Gespräche, Tischreden, und Einblicke in die schwierige Arbeit vor Ort. Für die SPD Diaspora.

Am Sonntag kamen besonders Walter Kraemer und Peter Gabriel als bekennende Eisenbahn-Fans auf ihre Kosten. Mit der Dampf-Schmalspurbahn ins Zittauer Gebirge zur Burgruine Oybin. Ganz tapfer spazierten wir bei strömendem Regen dann hoch zum Burgberg. Unsere Seniorin Jutta Behnken immer vorneweg dabei.

Nun das Wahl-Ergebnis in der Nacht von Sonntag auf Montag (einige hatten im Rathaus die Auszählung bis zum Schluss verfolgt): Ernüchterung. Die SPD gewann wie bisher 2 Sitze. Die CDU rutschte von 9 auf 7. Die Grünen mit Ach und Krach 1 Sitz. 3 Wählervereinigungen: eine neue auf Anhieb 5 Sitze.  Die NPD verdoppelte ihr Ergebnis (hat wohl auch AfD – Wähler angezogen).

SPD-Arbeit in einem Ortsverein mit ca. 30 Mitgliedern, viele von ihnen auch schon betagt, muss Frust aushalten können.  Das wurde uns klar.

Am Montag dann Besuch in Breslau/ Wrocław, dem nach Kriegszerstörung wunderbar wiederaufgebauten Herz Schlesiens. Wir genossen eine fulminante Stadtführung – zum Glück in der einzigen  regenfreien Zeit des Tages.

Tags drauf eine Rundfahrt durch das Iser- und nördliche Riesengebirge mit vielen Halt-Stationen an Naturwundern, der großartigen Kurhalle von Bad Flinsberg/Świeradów Zdrój. Und schließlich dem restaurierten Schloss Lomnitz mit seinem rekonstruierten Gutshof.

Schließlich, am letzten Tag, ein Besuch im Ort Obercunnersdorf und der Stadt Herrnhut.  Obercunnersdorf ist das Zentrum der sog. „Umgebindehäuser“ einer besonderen Mischung aus Fachwerk-, Block- und Steinhaus. Ein leidenschaftlicher Ortsführer wies uns auf viele Dinge hin, die man beim Bummel durch den Ort gar nicht richtig wahrgenommen hätte. Und Herrnhut, das Zentrum der weltweiten „Brüdergemeine“, einer pietistischen Freikirche, ist vielen durch die wunderschönen Weihnachtssterne bekannt. Wir deckten uns in deren Manufaktur auch kräftig ein.

Schließlich zurück mit der Bahn, Umsteigen in Dresden, Ankunft in Bergedorf mit 40 Min. Verspätung. Vor Berlin hatten Vandalen Metall gestohlen, so dass Signale nicht funktionierten und ein Umweg gefahren werden musste. 

Alles in allem:  Erkenntnisreich in vieler Hinsicht, touristisch wie politisch. Mal sehen wie sich die Organisationsform „die Bergedorfer SPD verreist gemeinsam“ weiterentwickelt.

Termine

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26. Juni - 26. Juli

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30. Juni um 10:00
01. Juli um 11:00
03. Juli um 19:00

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